Surgery on the Mainboard – My Game Boy DMG CPU Swap
Open-Heart Surgery for a Game Boy – The DMG CPU Transplant (Part 2)
# Operation am offenen Herzen – Die DMG CPU-Transplantation (Teil 2)
The Work Begins Before the First Power-On
Die Arbeit beginnt vor dem ersten Einschalten
The real work did not begin with the first power-on.
It began with preparation.
Before the donor CPU could even touch the receiver board, I wanted the foundation to be as clean and predictable as possible. On vintage hardware, small imperfections turn into big problems later. Old solder, contamination, uneven pads, or oxidized legs can be enough to create exactly the kind of “almost working” behavior that wastes hours.
So the first step was to remove the old solder properly. I used desoldering braid to clean every pad until the surface was flat and controllable again. After that, I cleaned the entire area thoroughly with isopropanol. Not a quick wipe, but a real cleaning, because flux residues and invisible dirt can affect wetting and create unreliable joints.
Once everything was clean, I re-tinned the pads lightly. The goal was not to build up solder, but to create an even, fresh surface that the CPU pins could bond to consistently. I wanted every pin to have the same chance of becoming a perfect joint, without needing excessive heat or pressure later.
The CPU itself received the same level of attention. Because it came from a damaged donor board, I did not trust it “just because it looked okay”. I cleaned the chip carefully, inspected the legs, and re-tinned them as well. Not to drown them in solder, but to refresh the surface and make soldering easier and more reliable for me. Clean metal solders better. Simple as that.
Only after all of that did I place the CPU on the board, aligned it, and began soldering in a controlled way. At that point I knew: if something goes wrong, it will not be because I skipped the basics.


Die eigentliche Arbeit begann nicht mit dem ersten Einschalten.
Sie begann mit der Vorbereitung.
Bevor die Spender-CPU überhaupt auf das Empfänger-Board konnte, wollte ich eine Grundlage schaffen, die so sauber und kontrollierbar wie möglich ist. Gerade bei Vintage-Hardware werden aus kleinen Unsauberkeiten später große Probleme. Altes Lötzinn, Rückstände, ungleichmäßige Pads oder oxidierte Beinchen reichen schon aus, um genau diese „fast funktioniert“-Fehler zu erzeugen, die einen Stunden kosten.
Also habe ich zuerst das alte Lötzinn konsequent entfernt. Mit Entlötlitze habe ich die Pads sauber freigelegt, bis die Fläche wieder gleichmäßig und gut kontrollierbar war. Danach habe ich den Bereich gründlich mit Isopropanol gereinigt. Nicht nur einmal drüber wischen, sondern wirklich sauber machen, weil Flussmittelreste und unsichtbarer Dreck das Benetzen beim Löten stören und instabile Lötstellen verursachen können.
Als alles sauber war, habe ich die Pads dünn neu verzinnt. Nicht um Lot „aufzubauen“, sondern um eine frische, gleichmäßige Oberfläche zu schaffen, damit die Pins später sauber und zuverlässig anziehen. Jede Lötstelle sollte die gleichen Voraussetzungen haben, ohne dass ich mit zu viel Hitze oder Druck arbeiten muss.
Auch die CPU selbst habe ich nicht einfach übernommen, nur weil sie optisch noch gut wirkte. Sie kam aus einem beschädigten Spender-Board, also habe ich sie ebenfalls gereinigt, die Beinchen kontrolliert und vorsichtig neu verzinnt. Nicht um sie zuzuschmieren, sondern um die Oberfläche zu erneuern und mir das Löten leichter zu machen. Sauberes Metall lässt sich einfach besser löten.
Erst danach habe ich die CPU positioniert, ausgerichtet und kontrolliert verlötet. Ab diesem Moment wusste ich: Wenn später etwas zickt, dann nicht, weil ich die Grundlagen übersprungen habe.
First Start: Not Dead, Not Wrong, Just Unstable
## Erster Start: Nicht tot, nicht falsch, nur instabil
When everything was finally in place, the moment of truth arrived. I powered the board on and the Nintendo logo appeared on the screen — but it was not clean. It was there, yet not sharply readable, as if the system could not read the cartridge data reliably. That was my first clear sign that something was still borderline. Not dead. Not completely wrong. Just unstable.
And the reason turned out to be simpler than I expected. I had missed two legs on the CPU. They looked fine at first glance, but they were not properly soldered and had no solid connection. With a classic device like the DMG, two weak pins are enough to turn a boot process into a coin flip.
So I went back in, added fresh flux, and reworked those pins carefully. No rushing, no flooding, just clean control. After reflow and inspection, both legs were finally seated and electrically secure.
On the next power-on the logo was readable and much cleaner, but the console still did not continue into the game. The boot screen appeared, and then everything stopped. In that moment I knew I was looking at a classic “almost” situation again. The CPU was alive, the boot sequence was running, but something in the connection between CPU and cartridge interface was still not perfect.


Als alles endlich an seinem Platz war, kam der Moment der Wahrheit. Beim ersten Einschalten erschien das Nintendo-Logo, aber nicht sauber. Man konnte erkennen, was es sein soll, doch es war nicht klar lesbar, so als würde der Game Boy die Modul-Daten nicht zuverlässig lesen. Das war für mich das erste eindeutige Zeichen, dass hier noch etwas grenzwertig ist. Nicht tot. Nicht komplett falsch. Aber instabil.
Und der Grund war am Ende einfacher, als ich gedacht hätte. Ich hatte zwei Beinchen an der CPU übersehen. Optisch wirkten sie zunächst okay, aber sie waren nicht richtig fest und hatten keinen sauberen Kontakt. Bei einem Klassiker wie dem DMG reichen zwei grenzwertige Pins aus, damit aus einem Bootvorgang ein Glücksspiel wird.
Also bin ich noch einmal ran, habe frisches Flussmittel eingesetzt und genau diese Pins sauber nachgelötet. Ohne Hektik, ohne alles zu „fluten“, sondern kontrolliert und sauber. Nach dem Reflow und der Kontrolle saßen beide Beinchen endlich richtig und waren elektrisch sicher verbunden.
Beim nächsten Einschalten war das Logo dann deutlich besser und lesbar, aber das Board ging trotzdem nicht ins Spiel über. Das Bootbild erschien, und danach blieb alles stehen. In diesem Moment war klar: wieder so ein typischer „fast“-Zustand. Die CPU lebt, der Bootvorgang läuft, aber irgendwo zwischen CPU und Modulanschluss ist die Verbindung noch nicht perfekt.
The Fix: Methodical Rework Instead of Guessing
## Die Lösung: Systematisch nacharbeiten statt raten
Instead of guessing, I returned to methodical work. On a DMG, this symptom often points to a weak or unreliable connection somewhere between the CPU and the cartridge interface. The system is able to draw the boot logo, but it fails when it needs to read the cartridge header cleanly. In practice, that can be a joint with too much resistance, a connection that only works when pressure is applied, or even a microscopic bridge that only shows up under careful inspection.
So I went back over the critical pins and reworked them carefully. Flux, patience, and consistency. I refreshed the joints where needed, checked transitions again, and made sure the connections were truly solid and clean.
Statt zu raten bin ich zurück zu systematischer Arbeit. Bei einem DMG ist dieses Fehlerbild oft ein Hinweis auf eine grenzwertige Verbindung zwischen CPU und Modulanschluss. Der Bootvorgang kommt noch so weit, dass das Logo angezeigt wird, aber beim sauberen Lesen des Cartridge-Headers reicht eine einzige instabile Daten- oder Adressleitung, um danach hängen zu bleiben. In der Praxis kann das eine Lötstelle mit zu viel Übergangswiderstand sein, eine Verbindung, die nur unter Druck funktioniert, oder auch eine winzige Brücke, die man erst bei genauer Kontrolle entdeckt.
Also habe ich die kritischen Pins noch einmal sauber nachgearbeitet. Flussmittel, Geduld und Konsequenz. Lötstellen reflowen, Übergänge prüfen, reinigen, und erst aufhören, wenn die Verbindungen wirklich stabil wirken.
The Turning Point: The DMG Lives Again
## Wendepunkt: Der DMG lebt wieder
The next power-on was the turning point. The game started. Not just once, but repeatedly. No more freezing at the Nintendo logo. No more strange behavior. And something else that had been present earlier was now gone as well. There was no constant “left” input anymore. That kind of ghost input often comes from a poor connection, contamination, or a borderline contact that confuses the system. Once the soldering was stable, the symptoms disappeared completely.
For a brief moment I thought I still had an audio problem, because there was no music. Then I realized the simplest explanation. The volume wheel was turned down. One small twist, and the sound came back instantly. Sometimes the last “problem” is not a defect. Sometimes it is just the proof that you have been staring at the same device for too many hours.
And that was it. The DMG was back.

Der nächste Start war dann der Wendepunkt. Das Spiel lief. Und zwar nicht nur einmal, sondern zuverlässig. Kein Hängenbleiben mehr am Nintendo-Logo, keine merkwürdigen Aussetzer. Und auch ein anderes Symptom, das vorher da war, war plötzlich verschwunden: keine Dauer-Steuerung nach links mehr. Solche Geistereingaben entstehen oft durch schlechte Kontakte, Rückstände oder grenzwertige Verbindungen. Sobald die Lötstellen stabil waren, war auch das Problem weg.
Für einen kurzen Moment dachte ich, der Sound wäre noch defekt, weil keine Musik kam. Dann kam der Klassiker: Lautstärke war einfach auf Null. Ein Dreh am Regler, und der Ton war sofort da. Manchmal ist das letzte „Problem“ kein Defekt, sondern nur ein Zeichen dafür, dass man schon zu lange am selben Gerät sitzt.
Und damit war es geschafft. Der DMG lebt wieder.
Not a Pro, Just Stubborn Enough
## Kein Profi, nur hartnäckig genug
This repair was not just about replacing a chip. It was about taking parts from a board that had no future and giving another board a second life. It was about working carefully enough that the board survived the process. And it was about learning, step by step, that the difference between failure and success is often not a miracle. It is methodical work.
And one important thing: I am not a professional. I probably describe some steps in a more complicated way than an experienced technician would. But that is exactly what makes it exciting for me. Finding the fault, understanding what went wrong, and then seeing if I can actually fix it.
Have you ever had a repair that “almost worked” and needed that final round of soldering to become stable?
And what is your personal “victory cartridge” for testing a classic device like the DMG?
Thanks for reading, and see you in the next project.

Diese Reparatur war nicht nur ein Chiptausch. Es war der Versuch, aus einem Board ohne Zukunft noch etwas Sinnvolles zu retten und einem anderen Board ein zweites Leben zu geben. Und es war ein Lernprozess. Nicht Magie entscheidet hier, sondern sauberes Arbeiten.
Und noch etwas Wichtiges: Ich bin kein Profi. Wahrscheinlich beschreibe ich vieles umständlicher, als es ein erfahrener Reparateur tun würde. Aber genau das macht für mich den Reiz aus. Schritt für Schritt herauszufinden, wo der Fehler sitzt, zu verstehen, warum er passiert, und dann zu sehen, ob ich ihn wirklich beheben kann.
Hattest du auch schon eine Reparatur, die „fast“ fertig war und erst nach der letzten Nacharbeit wirklich stabil wurde? Und welches Spiel ist für dich der perfekte Test, wenn ein Klassiker wie der DMG wieder laufen soll?
Danke fürs Lesen, und bis zum nächsten Projekt.

Dein Hornet on Tour
Your Hornet on Tour

📸 Instagram: hornet_on_tour
🖼 Photo: Hornet on Tour
Erwähnung: @alucian
Das ist so Krass! Ich freu mich voll fuer dich und Danke das Du dran gedacht hast mich zu erwaehnen!
Das Du nach dem ersten Versuch nicht auch die Goschn voll hattest und dich da so hartnaeckig und penible rangemacht hast zeigt halt, das Geduld und Muße, eine maechtige Kombination sind.
Genau deswegen ist es schon Richtig und Wichtig, das Du uns das so detailiert aufzeigst, das hat auch Lerneffekt fuer den Nachwuchs.
So eine schwere Reperatur habe ich sicher noch nicht gemacht, aber ich bekomme Lust meine A770 Predator GPU selbst zu machen, auch wenn das ne ganze Ecke komplizierter ist, mehr als Kaputt bleiben oder noch kaputter zu sein, geht auch nicht.^^
Jetzt haste echt nen Gameboy gerettet!
Darauf, kannst Du dir richtig was einbilden und falls Du mit deinem Beitrag wo auftauchst im restlichen Aether, waehre das nicht Verwunderlich.
Sowas! liest man NICHT jeden Tag. :-)
Applaus! Fuehle dich wie ein Reperatur Koenig! Du hast es dir redlich verdient. :-)
Salve
Sascha
Glaube mir ich bin gestern Abend mit eine Grinsen ist Bett gegangen. Ich hatte gestern Frei und habe den ganzen Tag auch gebraucht, bis er lief. Eine GPU tausch ist noch ein paar Level höher, da bin ich sehr gespannt ob es klappt. Vielen für das dicke LOB und es wartet ja noch ein Gameboy Mainboard auf mich. Wenn das fertig ist bekommt es ein paar Mods drauf (Display, Akku) dann hat meine Frau auch ein eignenden.
Gruß
Michael
Wenn das nicht interantionale Aufmerksamkeit fuer dich bedeutet, wage ich als IT Zeitschrifenleser zu behaupten, haben wir alle sehr viel Freude beim Gedanken daran, das der Hive, eine großartige Zukunft vor sich hat, weil die Medienlandschaft, dann einfach Pennt!
Wenn Du den zweiten auch noch hinbekommst, das waehre voellig Verrueckt! :-D
Ich kann mir so Gut vorstellen wie Du dich gestern gefuehlt hast! Zurecht! :-) Das ist schon eine Meisterleistung, da brauchst Du dich vor keinem zu verstecken, das muss man dir erstmal nachmachen!
Und das koennen nicht viele.
Und ja, eine GPU ist in meinem Fall, wirklich ein Nummer, ist so ziemlich alles drum herum kaputt, was man nicht kaputt haben moechte durch den Kurzen den ich damit gemacht habe durch unachtsamkeit mit meinem PCI Riser.
Das 200erste Mal umstecken und einbauen war dann halt der Fehler, der rein statistisch, schon laengst ueberfeallig war gemacht,
Damit habe ich mir winzigste Bauteile zerbroeselt, die ich ohne Brille kaum sehen kann, worin auch mein groesstes Problem bei der Reperatur liegt, das ich es einfach kaum sehen kann, wo das Bauteil hinten oder Vorne hat. :-)
Aber mal guggen! Das werde ich sicher nicht so Schnell anfangen, ich muss da noch ne Weile drueber nachdenken und auch lernen ein bisschen was.
Viel Freude beim zweiten und deine Frau kann so oder so Stolz auf dich sein.
Wow👍👍👍
Mir würden die Nerven dafür fehlen.
Super Arbeit.
LG.
!BBH
Danke. Na ja, ich war äußerst nahe an der Verzweiflung, aber ich konnte es gut eingrenzen, denn das Mainboard lief vorher, also konnten die Fehler nur mit meiner Arbeit zusammenhängen.
Die "Kernigen" sind jene, die wissen wollen wo der Fehler ist, ihn suchen und beheben wollen.
Das ist das Interessante daran.
😁😁😂
Wenn in den 60ern die Trix-Eisenbahn aufgebaut war und der Zug rollte, wurde es langweilig.
Jetzt musste eine neue Strecke her😂😂😂
Ebenso bei Faller und Carrera Bahnen.
LG
!BBH
!Meme
Stimmt, ich will immer wissen wie es funktioniert. Schuldig im Sinne der Anklage 🤣
Die einzige Verurteilung die zulässig ist 😂😁👍👍👍